08. Sep
Ich habe zwar erst den Story-Modus durchgespielt, aber ich wage doch schon ein Fazit zum neuen Teil der Driver-Serie und gleich mal vornweg; Driver San Francisco ist grossartig! Als 10-Jähriger spielte ich Driver auf der PSone stundenlang. Und auch mit den nachfolgenden Teilen Driver 2 und Driv3r hatte ich meinen Spass, obwohl diese beim breiten Publikum nicht mehr so gut ankamen. Beim neusten Sprössling Driver San Francisco besinnte man sich nun ganz auf die Wurzeln zurück, liess die GTA-mässigen Spaziergänge vom zweiten und dritten Teil wieder weg und überlässt dem Spieler abseits des Steuers nie die Kontrolle.
Nicht so schlimm, denn man hat eine riesige Auswahl an lizenzierten Fahrzeugen und ein, zuerst etwas merkwürdig erscheinendes, Shift-Feature zur Verfügung. Weil der Protagonist John Tanner nach einem heftigen Crash im Koma liegt, erlebt er die weitere Jagd auf den Verbrecher Jericho als eine Art Traum, in dem er ja nach Belieben in verschiedene Körper schlüpfen kann.
Zunächst passte mir das Shift-Zeugs nicht so richtig in den Kram, war Driver früher doch ein klassisches Cop- und Gangster-Spiel ohne auch nur ein einziges Fantasie-Element. Das Ganze bringt aber jede Menge Abwechslung ins Spiel und ergibt mit Verlauf der Geschichten dann auch immer mehr Sinn. Bei einer Verfolgungsjagd zum Beispiel ist man nicht darauf beschränkt, dem Gegner die Ganze Zeit mit dem gleichen Auto hinterher zu rasen, sondern kann auch einfach mal schnell in einen massiven LKW im Gegenverkehr wechseln und den armen Kerl von vorne überraschen. Herrlich.
Die Grafik der Zwischensequenzen ist grossartig. Die Autos sind vom Fiat 500 bis zum Pagani Cinque äusserst detailreich und originalgetreu nachgebaut. Und auch ein Maserati klingt wie ein Maserati. Die Texturen der Stadt könnten allerdings etwas liebevoller gemacht sein und warum zur Hölle alle Passanten in der Matrix unterwegs sind, ist mir auch ein Rätsel. So kann man mit 300km/h über die Gehwege donnern, ohne auch nur einen Menschen zu erwischen.
Jedenfalls, Driver San Francisco ist vorallem für Auto-Junkies, aber nicht nur(!), absolut empfehlenswert. Eine unterhaltsame Story, unzählige Nebenmissionen und Mutproben, eine Trillion an arschgeilen Autos (Audi Ur-Quattro S1, Dodge Charger R/T, McLaren MP4, Pontiac GTO The Judge, Range Rover Sport Supercharged!) und ein auserlesener Soundtrack. Der Multiplayer soll auch gut sein, muss ich jetzt aber zuerst noch selbst ausprobieren.
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